Themenelternabend im Bad Tabarzer Käthchen

Im Bad „Tabarz Käthchen“ werden seit März auch Kleinkinder unter zwei Jahren aufgenommen.

Im Zuge unserer Umstrukturierung vom Kindergarten bis hin zur Kinderkrippen, machten wir Erzieherinnen uns Gedanken, um die speziellen Bedürfnisse von Kinder unter 3 Jahren. Welche Entwicklungsschritte durchleben sie? Was brauchen sie für eine gute Entwicklung und wie können wir sie auf ihrem Weg bis hin zum Kindergarten bestmöglich begleiten?

Aus diesen spannenden Fragen, die im Team besprochen wurden, wurde ein Themenelternabend veranstaltet. Der erste in der neu umgebauten Krippe.

Den Eltern sollte die Entwicklung ihrer Kinder von 1. bis zum 3. Lebensjahr aufgezeigt werden. Neben der motorischen Entwicklung, wurden vor allem das Spielverhalten und die Spielentwicklung näher beleuchtet.  Kinder sind kleine Forscher von  Anfang an, die aus eigenem Antrieb heraus lernen wollen. Dies tuen sie am besten im Spiel. Aus, für uns scheinbare sinnlose Handlungen,  oder elementaren Spielhandlungen im ersten Jahr heraus, erschließen sie sich die Grundfragen der Welt. Für uns Erwachsenen ist es wichtig all diese , so scheinbar sinnlosen Tätigkeiten unserer Kinder,  zu hinterfragen. Im Referat wurden die für uns Eltern so sinnfreien scheinenden Handlungen unserer Kinder, wie das Matschen mit Brei oder das Herunterfallen von Gegenständen näher beleuchtet und unteranderem mit Hilfe der Sinne erklärt. Das Erleben durch die Sinne und das integrieren der Sinne in den ersten Lebensjahren ist enorm wichtig für die Entwicklung der Kleinkinder. Vor allem der Sinn für den eigenen Körper, spielt bei Krippenkindern eine besondere Rolle. Ohne ein gutes Körpergefühl, gestaltet sich beispielsweise der Umgang mit der Schere als sehr schwieriger für das Kind. Für ein gutes Körpergefühl müssen Kinder, jeden Alters,  die Chance bekommen auch mal zu toben, zu matschen und höhlen zu bauen. Erst wenn ein gutes Körpergefühl da ist, öffnen sie sich auch für weitere Entwicklungsschritte.

Es wurde verdeutlicht,  wenn ein Kind konzentriert und lustvoll bei einer Beschäftigung ist, macht diese Sinn. Diese Wachheit beweist, dass das Kind lernt in dem es etwas untersucht. Kinder kennen keine Sinnfreien Tätigkeiten. Alles was Kinder im Alltag tunen hat eine Bedeutung für sie. Dabei ist es nicht immer notwendig Kinder mit ausgedachten Beschäftigungsangeboten zu taktieren. Sie lernen von sich aus, in selbst ausgewählten Aktivitäten, viel besser als in penibel genau vorbereiteten Beschäftigungsangeboten. Auch der Thüringer Bildungsplan wurde im Zusammenhang mit den Alltagsbezogenen Freispiel zitiert. ( S.18 Informelle- und nonformelle Bildung). Die Bedeutung des Freien Spieles als wichtigstes Element im Krippenalltag wurde den Eltern nähergebracht. Im Freispiel schulen Kinder ihre motorischsten Fähigkeit und ihre Kreativität. Sie können Selbstbestimmt spielen und lernen und stärken somit ihre Aufmerksamkeit und Konzentration. Für uns als Erzieher ist es wichtig die Kinder dafür Einzuladen, sie zu Ermutigen und sie zu Begeistern. Denn wie intensiv eine Spielhandlung ist, hängt vom Umfeld ab. Wir schaffen ihnen einen Raum und gehen individuell und bedürfnissorientiert auf die Kinder ein.

Eine gelungene Entwicklung der Kinder innerhalb der Krippe setzt eine gute Bindung zwischen Erzieher und den Kindern voraus.  Erst wenn die Kinder uns vertrauen, können sie sich frei öffnen und im Spiel fürs Leben lernen. Deshalb spielt auch eine gute uns sanfte Eingewöhnung für uns im Team eine wichtige Rolle.

Mit vielen Beispielen und Bildern aus der Praxis sowie kurzen Filmsequenzen, in denen Interviews mit dem Gehirnforscher Dr. Gerald Hüther gezeigt wurden, gelang es die Eltern für die besonderen Entwicklungsschritte ihrer Kinder und die Bedeutsamkeit des Freien Spielens zu sensibilisieren und zu begeistern.